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Die Kreolsprachen, das deutlichste Beispiel einer Mischung

Das deutlichste Beispiel einer Mischung

Die Kreolsprachen entstanden während der Kolonisation und werden in mehr als hundert Ländern gesprochen. Von den Antillen bis zu Guyana über den Indischen Ozean – die französischen Kreolsprachen werden von zehn Millionen Sprechern verwendet.

Das Kreolische – eher ein sprachlicher Prozess als eine Sprache

Zu Unrecht spricht man häufig von „der kreolischen Sprache“ im Singular. In Wirklichkeit existieren mehr als hundert auf der Welt. Die Kreolsprachen sind der lebende Beweis für ehemalige, interkulturelle Prozesse und stammen aus dem Englischen (Jamaika, Vereinigte Staaten), dem Portugiesischen (Kap Verde, Guinea-Bissau), aus dem Spanischen (Philippinen) oder natürlich aus dem Französischen: die bedeutendste kreolsprachige Bevölkerung befindet sich in den ehemaligen Kolonien der Antillen, von Guyana und dem Indischen Ozean mit ungefähr 10 Millionen Sprecher des französisch Kreolischen.

 Eine Geschichte gebunden an die Kolonisation

Die Geschichte der Kreolsprachen ist unzertrennlich vom Kontext der kolonialen Eroberung, in welchem sie entstanden sind. Ab dem 16. Jahrhundert stellen die großen, kolonialen Mächte der Epoche (Spanien, Frankreich, creole_400Großbritannien, Niederlande, Portugal) wahrhaftige Imperien dar.

Der Sklavenhandel wird von diesen Mächten organisiert und führt zur massiven Verschiebung der afrikanischen Bevölkerung. Die Kreolsprachen entstehen in einem Kontext, in welchem ausschließlich mündlicher Austausch zwischen Kolonialherren und den Sklaven besteht. Alles Kreolische ist das Produkt von mehreren Sprachen, welche von verschleppten Bevölkerungen gesprochen wurden, die auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache waren.   

Die französischen Kreolsprachen: so fern und dennoch so nah

Die Kreolsprachen basieren in lexikalischer Hinsicht auf dem Französischen und haben viel mit der französischen Sprache gemeinsam. Zunächst die Phonetik: Auf Martinique ist ein „nomm“ ein Mann, ein „gason“ ein junger Mann. „Espwa“ bedeutet auf Guadeloupe „Hoffnung“, „enmé“ bedeutet „lieben“. Dann der Wortschatz: In diesen ehemaligen Kolonien stammt das gesprochene Vokabular zu 90 % aus dem Französischen.

Vor allem die Unterschiede der Syntax und der Betonung machen das Verstehen für Personen, welche nicht Kreolisch sprechen, häufig unmöglich. Die Kreolen eignen sich auch häufig wieder das Französische an, um ein eine anschauliche, poetische und überraschende Sprache zu erschaffen. Auf La Réunion bezeichnet eine „tantine“ ein junges Mädchen, eine „bibine“ ein Bier und ein „bonbon-la-fesse“ ein … Zäpfchen!

Mehr über die Kreolsprachen erfahren: das Online Wörterbuch für Kreolsprachen