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Bericht von Helle, Aline und David, Studierende eines binationalen Studienganges

Helle, Aline und David studieren Betriebswirtschaft zwischen der FH Kiel und der Université de Savoie in Chambery im Rahmen eines binationalen Studiengangs der Deutsch-Französischen Hochschule.

Helle

„Ich habe 10 Monate, sprich zwei Semester (das vierte und fünfte), meines Bachelor BWL Studiums an der IAE Annecy verbracht. 

Meine Motivation für die Teilnahme an diesem Programm bestand vor allem an der speziellen Kooperation zwischen der FH Kiel und der Université Savoie Mont Blanc. Der Aufenthalt wird von der  Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) unterstützt. Dies bedeutet neben einer zusätzlichen finanziellen Unterstützung auch den Erhalt eines Doppelabschlusses. Vorausgesetzt wird dementsprechend, dass alle Kurse auf Französisch absolviert werden und man den Status eines normalen französischen Studenten innehat. Natürlich bedeutet dies mehr Arbeit, dennoch zahlt es sich wirklich aus, da man sehr viel lernt und vor allem sehr gut mit den einheimischen Studierenden Kontakte knüpft. Außerdem wurden mir beide Semester pauschal angerechnet. Durch den Auslandsaufenthalt habe ich automatisch den Schwerpunkt International Management zugewiesen bekommen. 

Vorbereitet auf den Aufenthalt wurde ich durch einen Wirtschaftsfranzösischkurs an der FH im letzten Semester vor dem Austausch. 

Die Betreuung an der Gasthochschule während des Aufenthaltes war sehr gut. Es gab gleich zu Beginn des Semesters eine Integrationswoche für alle Erasmusteilnehmer, bei der für kleines Geld spannende Outdooraktivitäten wie Canyoning, Mountainbiking o.ä. angeboten wurde und sich alle kennenlernten. Sehr zu empfehlen!

Die Université Savoie Mont Blanc zählt zu den Universitäten in Frankreich, die am meisten internationale Studenten aufnehmen. Von daher war, vor Allem auf dem Campus der Nachbarstadt Chambéry, immer etwas los.

Das International Office veranstaltete auch während der Semester jeden Monat einmal etwas für die Studenten, wie z.B. eine Welcomeparty, Tagesausflüge zu regionalen Sehenswürdigkeiten, eine Weihnachtsfeier, etc, die alle gratis für uns waren. 

Studiengebühren sind nicht zusätzlich angefallen, es ist lediglich der Semesterbeitrag der FH Kiel zu bezahlen. Allerdings muss man sich das Semesterticket vor Ort selbst kaufen. 

Das Kurssystem in Frankreich ist anders, es gibt zum Beispiel deutlich mehr Tests während des Semesters und jede Woche gibt es einen anderen Stundenplan. Der Arbeitsaufwand ist allerdings dem, wie er an der FH wäre, gleich.  Die Lebenshaltungskosten sind ebenfalls etwas höher als in Deutschland, dies ist allerdings durch die zusätzliche Förderung durch Erasmus und die DFH kompensiert.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich eine wirklich tolle Zeit dort hatte.

Ich habe das Land, die Stadt und vor Allem die Leute dort kennen und lieben gelernt. Ich war immer unterwegs, sei es im Sommer am See Wakeboarden, Baden, Rad fahren oder im Winter Ski fahren. Meine sprachlichen Fähigkeiten haben sich enorm gesteigert. Ich habe mich immer gut aufgehoben gefühlt und die Zeit verging wie im Flug. Außerdem konnte ich dank der ausgezeichneten sprachlichen sowie fachlichen Ausbildung ein Praktikum für mein Praxissemester im Ausland erlangen. Ich kann dieses Programm also jedem wärmstens empfehlen.  „

Aline

„Im ersten Semester meines BWL-Studiums an der Fachhochschule Kiel habe ich von der Möglichkeit erfahren, für zwei Semester in Frankreich zu studieren. Sofern alle Kurse bestanden werden, würde ich ein Doppeldiplom erhalten. Diese Idee hat mich direkt angesprochen. Ich war davon überzeugt, dass eine solche Möglichkeit nicht nur die sprachlichen und interkulturellen Fähigkeiten erweitert, sondern auch die beruflichen. Aus diesem Grund entschied ich mich dafür, das dritte und vierte Semester in Annecy, Frankreich, zu studieren.

Durch mein Studium in Frankreich habe ich viele wertvolle und sehr gewinnbringende Erfahrungen sammeln können. Ich durfte viele tolle Menschen während meiner Zeit kennenlernen, die mir ihre Kultur gezeigt und vorgelebt haben. Dadurch habe ich einen sehr schönen Einblick in die französische Kultur bekommen und habe die französische Mentalität besser verstehen können.  Aus meiner Zeit an der Université de Savoie haben sich enge Kontakte entwickelt, die ich bis heute aufrechterhalten kann. Zusätzlich hat mich die Zeit in Frankreich auch persönlich weitergebracht. Zwei Semester in einem Land, dessen Sprache man nicht vollkommen beherrscht, zu studieren, war am Anfang eine große Herausforderung. Alltägliche Situationen wurden zur großen Hürden, jedoch auch zur Gewohnheit seine Probleme trotz Sprachbarriere auszudrücken. Die Sprachbarriere hat sich nahezu komplett aufgelöst und auch mein Durchsetzungsvermögen wurde gestärkt.  

Derzeit befinde ich mich in meinem Pflichtpraktikum. Auch bei der Suche nach diesem Praktikum und bei verschiedenen Vorstellungsgesprächen habe ich die positiven Auswirkungen der Auslandssemester gespürt. Es wurde oft nach meinen Auslandserfahrungen gefragt und positiv vermerkt, dass ich eine weitere Fremdsprache, neben dem Englischen, beherrsche. Ich bin davon überzeugt, dass mir die Zeit im Ausland viele weitere berufliche Perspektiven ermöglichen wird. Gerade unter dem Aspekt einer zunehmenden Globalisierung und Internationalisierung ist es meines Erachtens wichtig, mehrere Sprachen zu sprechen und vor allem interkulturelle Fähigkeiten und soziale Kontakte zu knüpfen. 

Von dem Kooperationsprogramm zwischen der Fachhochschule Kiel und der Deutsch-Französischen Hochschule bin ich sehr begeistert. Ich bin davon überzeugt, dass das Programm eine tolle Gelegenheit ist, viele wertvolle Erfahrungen zu gewinnen, um sich so beruflich und persönlich weiter zu entwickeln. Ein Auslandsstudium bzw. ein Auslandssemester kann ich jedem Studierendem nur empfehlen. „

David

„Ich studierte im Jahr 2014/2015 an der IAE Savoie Mont Blanc in Annecy in Frankreich um einen durch die deutsche-französische-Hochschule zertifizierten Doppelbachelor zu erlangen. Ich schloss das Jahr erfolgreich ab und ein Jahr später ebenfalls meinen Bachelorstudiengang an der Fachhochschule Kiel. Seit September 2017 lebe ich in Annecy und absolviere einen französischen-englischen Masterstudiengang im Bereich Marketing.

Das anspruchsvolle Studienjahr innerhalb des Bachelors in Annecy hat mich persönlich als auch beruflich bereichert. Mein Sprachniveau hat sich durch den Aufenthalt sehr gesteigert. Mein Akzent ist weniger stark ausgeprägt und mein Fachvokabular hat sich vervielfacht.  

Mein Praktikum innerhalb des Bachelorstudiengangs absolvierte ich im Bereich Marketing des Unternehmens Bosch in Stuttgart. Die Mehrsprachigkeit sowie durch den Frankreichaufenthalt erlangten interkulturellen Kompetenzen waren ein ausschlaggebender Faktor bei der Bewerbung, da die Abteilung aus Mitarbeitern verschiedener Herkunftsländer bestand und Kontakt zu weltweiten Mitarbeiten alltäglich war.

Der Aufenthalt in Frankreich bildete mich weitreichend über die französische Kultur und Unterschiede zu Deutschland weiter. Dies reicht vom Alltag, über das französische Bildungssystem bis hin zum politischen und sozialen System und hilft mir Missverständnisse vorzubeugen. Er eröffnet nicht nur vielfältige Chancen auf dem Arbeitsmarkt sondern stärkt die europäische Identifizierung und die deutsch-französische Freundschaft. „